7Fragen: Andreas Böldt von OMV über die Erdöl-/Erdgasbranche in Russland und den Einfluss erneuerbarer Energien auf die Branche

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Erdgasförderstätte in Sibirien, © OMV

Die Österreichische Mineralölverwaltung (OMV) ist ein international tätiges Öl- und Gasunternehmen mit Hauptsitz in Wien. Über zehn Prozent des eingesetzten Kapitals befindet sich in der Russischen Föderation, was 2017 1,9 Milliarden Euro ausmachte.

Im Interview spricht der Leiter der russischen Repräsentanz von OMV, Andreas Böldt, mit uns über die Tätigkeit von OMV in Russland.

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  1. Was zeichnet den russischen Gasmarkt im Vergleich zu den anderen Regionen aus, in denen OMV ebenfalls aktiv ist?

Der russische Erdgasmarkt besticht zum einen durch seine Größe, die Volumen sind sehr gewaltig. Zum anderen kann die russische Gasindustrie auf eine lange Geschichte und reiche Erfahrung zurückschauen. Die Erdgasvorkommen in Russland reichen noch viele Jahre, um Verbraucher im In- und Ausland zuverlässig zu versorgen. Zur Deckung des weiter steigenden Bedarfs investiert die russische Gasindustrie in den Ausbau der Produktions- und Transportkapazitäten.

  1. OMV ist bereits seit 1968 in Russland – damals noch in der UdSSR – aktiv. Welche Punkte haben sich seitdem im Markt geändert und werden sich noch ändern?

Die OMV unterhält seit 50 Jahren enge Beziehungen zu Geschäftspartnern in Russland. 2018 feierten OMV und Gazprom dieses Jubiläum und bekräftigten gleichzeitig die Fortsetzung der vertrauensvollen Zusammenarbeit. Über den gesamten Zeitraum hat sich die Gazprom als äußerst zuverlässiger Vertragspartner erwiesen.

Langfristige Gaslieferverträge bildeten den Beginn der Kooperation. Inzwischen erstreckt sich die Zusammenarbeit auch auf die gemeinsame Exploration und Produktion von Erdgas.

  1. OMV und Gazprom haben ihren bestehenden Gasvertrag letztes Jahr bis 2040 verlängert. Wie würden Sie die österreichisch-russischen Beziehungen aktuell beschreiben und wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung?

Die Beziehungen zwischen OMV und Gazprom sind geprägt von Vertrauen, gegenseitiger Achtung und gemeinsamen Interessen. Wenn man über Beziehungen zwischen Unternehmen spricht, meint man vor allem auch Beziehungen zwischen den Menschen. Eine langfristige Zusammenarbeit hat nur Erfolg, wenn sie auf Vertrauen, gegenseitigem Verständnis und Zuverlässigkeit basiert. Unsere Kooperation umfasst neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit auch die Wissenschaft und Technik, Kultur und Sport.

  1. Welche Herausforderungen ergeben sich im täglichen Doing in einer Industrie, wo der staatliche Einfluss traditionell sehr stark ausgeprägt ist?

Wie jedes Wirtschaftsunternehmen hat auch OMV tägliche Herausforderungen zu meistern. Dazu zählen z. B. Lagerstätten, die zunehmend schwieriger zu fördern sind, Schwankungen des Ölpreises, stärkerer Wettbewerb. Mit dem Einsatz moderner Technologien, Effizienzsteigerung und strategischen Partnerschaften tragen wir den sich stetig ändernden Bedingungen Rechnung.

  1. Wie stark wirkt sich der Ausbau der Erneuerbaren Energien auf ihr Geschäft aus?

Die erneuerbaren Energien sind ein Bestandteil im Gesamtenergiemix. Aber Wind- und Sonnenenergie allein reichen nicht aus, um den Energiebedarf vollständig zu decken. Erdöl und Erdgas werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung und als Rohstoff für die chemische Produktion spielen.

  1. Was macht für Sie die Tätigkeit in der Erdöl-/Erdgasbranche so spannend?

Am meisten schätze ich die Internationalität unserer Arbeit. Die vielfältigen Erfahrungen der einzelnen Kollegen sind eine Bereicherung sowohl für die tägliche Arbeit als auch für persönliche Erlebnisse. Teamgeist ist die Quelle unseres Erfolgs und wird daher bei OMV großgeschrieben.

  1. Was hat Sie im Geschäftsalltag in Russland bisher am meisten beeindruckt?

Der Besuch von Lagerstätten in Sibirien ist immer ein Erlebnis. Die Leistungen, die die Arbeiter dort unter extremen klimatischen Bedingungen vollbringen, verdienen meine Hochachtung. Als Besucher wird man, wie überall in Russland, äußerst zuvorkommend behandelt. Die Gastfreundschaft und Offenheit der Menschen im hohen Norden sind jedoch einmalig.


Andreas Böldt

Andreas Böldt ist Leiter der russischen Repräsentanz von OMV in Moskau. Sein Weg führte ihn bereits in den 80er-Jahren nach Russland, wo er einen Diplomabschluss am Staatlichen Moskauer Institut für internationale Beziehungen erwarb.

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