Die 20. Messe der Metallverarbeitung in Russland – Metalloobrabotka

Pierre Helg und Nina Fois, Quorus GmbH


@Expocentre

Die Metalloobrabotka stellt die grösste russische internationale Messe betreffend Ausrüstung, Präzisionsinstrumente und Werkzeuge für die Metallindustrie dar und gehört zu den zehn führenden internationalen Industriemessen der Welt. Im Mai 2019 hat die 20. Session der Metalloobrabotka in Moskau stattgefunden, an welcher 1.180 Unternehmen aus 33 Ländern teilgenommen haben. Die Messe wurde dieses Jahr auch von 13 ausländischen Industrieverbänden sowie, laut Vladmir Gubernatorov, Vizedirektor des Expozentrums, von 590 führenden einheimischen Werkzeugmaschinenherstellern besucht.[1]

Die Metalloobrabotka wurde vor 35 Jahren in der Zeit der Sowjetunion gegründet und in ihrem ersten «Existenzjahr» auch vom damals Vorsitzenden des Ministerrates der Sowjetunion, Nikolai Alexandrowitsch Tichonow, besucht. Im Jahr 1984 nahmen an der Metalloobrabotka mehr als 500 Unternehmen teil, was die Bedeutung der Kooperation in den Bereichen der Metallbearbeitung und dem Roboterbau hervorhob. Diese Messe stellte eine wichtige Etappe zur Konsolidierung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen und zur Entwicklung des gegenseitigen Verständnisses zwischen den Ländern dar.[2] Anfangs nur alle drei Jahre organisert, findet sie gegenwärtig jedes Jahr statt und reflektiert das traditionnelle ausgeprägte Interesse der russischen Industrie für Ingenieurwesen, Innovation und Maschinenindustrie im Allgemeinen.

Die Schweiz ist ein solider Pfeiler der Metalloobrabotka: Schweizer Unternehmen beteiligen sich an der Messe seit dem ersten Tag ihrer Existenz. Schweizer Maschinen, Werkzeuge und Präzisionsinstrumente geniessen einen sehr guten Ruf in Russland und faszinieren die Experte der russischen Industrie. Dieses Jahr wurde die Schweiz durch mehr als 40 Gesellschaften vertreten und hatte somit eine der bedeutendsten ausländischen Delegationen, neben denjenigen aus China und Deutschland.

Die Metalloobrabotka bietet ihren Besuchern und Teilnehmern eine hoch spezialisierte Begegnungsplattform und ermöglicht ihnen Kontakte mit bestehenden Kunden zu pflegen und neue Kunden zu akquirieren. Die beteiligten Unternehmen haben ausserdem die Möglichkeit die Entwicklung der russischen Metallindustrie zu verfolgen und vor allem auch Informationen über den aktuellen Stand des russischen Marktes aus erster Hand zu erhalten. Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem), welche mit den russischen Unternehmen dieses Gebietes bestens vernetzt ist, nimmt jährlich an der Messe Teil,  und spielt bei der Organisation der Schweizer Events eine sehr aktive Rolle.

Einige Fakten könnten für diejenige Unternehmen, die Russland noch nicht kennen und in den Bereichen Industriemaschinen, Werkzeuge und Präzisionsinstrumente, tätig sind, von besonderem Interesse sein. Was berichten die Schweizer Unternehmen, die an der Session 2019 der Metalloobrabotka teilgenommen haben?

  • Die Vertreter der russischen Maschinenindustrie sind über die neusten Innovationen sehr gut informiert. Sie besuchen regelmässig die wichtigsten Messen in diesem Bereich, vor allem in Deutschland und Italien, und sind somit imstande, die Technologie und die Preise der meistens Produkte präzis einzuschätzen.
  • Die Bedingungen für Schweizer Unternehmen im russischen Markt werden teilweise vom schwachen Rubel und von den westlichen wirtschaftlichen Sanktionen erschwert. Nichtdestotrotz haben sich erfreulicherweise unter den russischen und den westlichen Wirtschaftsoperatoren Pragmatismus und Flexibilität entwickelt, insebesondere was die Zahlungsmodalitäten betrifft.
  • Der Sektor der Industriemaschinen, der Werkzeuge und der Präzisionsinstrumente ist seit dem Inkraft treten einer der letzten Verordnungen im Rahmen des Importsubstitutionsprogramms[3] weiterhin stark betroffen: Bestimmte russische Werkmaschinenhersteller müssen künftig in ihren Geräten mehr Komponenten aus lokaler Produktion einbauen. Gemäß dieser Entwicklung ist die Frage nach einer ständigen Präsenz in Russland für gewisse Schweizer Unternehmen von prioritärer Bedeutung.
  • Die meisten Vertreter der Schweizer Unternehmen, einige von diesen haben seit 1950 eine russische Präsenz, bezeichnen den russischen Markt als historisch schwankend, aber dennoch gut. Es handle sich um einen Markt, dessen Entwicklungen jeweils über eine langfristige Zeitperiode betrachtet werden muss. Die russische Kundschaft lege besonderen Wert auf Loyalität und Treue lege.

Die jährliche Teilnahme an der Metallobrabotka ist demzufolge ein Muss für viele Schweizer Unternehmen dieses Sektors, welche den versprechenden russischen Markt erfolgreich bearbeiten wollen.

Den Schweizer Unternehmen, die diese große Messe (noch) nicht kennen, legen wir nahe, nicht zu zögern und eine Teilnahme ins Auge zu fassen, um mit ihren Innovationen auf dem russischen Markt mitzumischen.


[1] «Металлообработка-2019» – драйвер развития российского станкостроения (23.05.2019). URL: http://www.expocentr.ru/ru/news/index.php?id4=12330 (24.06.2019).

[2] История выставки „Металлообработка-1984“. Архивный видеосюжет о международной выставке „Металлообработка-1984“ (27.05.2019). URL: https://www.youtube.com/watch?v=KHoz26ALgII (24.06.2019).

[3] Der Ersatz der ausländischen Waren durch die eigenen Produkte, die sogenannten Substituten.


Über die Autoren

Die Autoren Pierre Helg (Partner) und Nina Fois (Research, Marketing and Communications) arbeiten für die QUORUS GmbH mit Sitz in Zürich und Filiale in Moskau .

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