Sankt Petersburg – Russlands goldenes Tor in den Westen

Im Föderationskreis Nordwestrussland liegt der Ballungsraum St. Petersburg.

Redaktion: Jonas Prien, Ausserer & Consultants

Im Föderationskreis Nordwestrussland liegt der Ballungsraum St. Petersburg. Die ehemalige Hauptstadt des Zarenreiches blickt auf eine große Geschichte zurück, in der St. Petersburg ein wichtiges, wenn nicht das Tor zum Westen war. Die russische Kultur präsentierte sich hier dem Westen, und die Stadt war zentraler Ort für Handel, Tourismus und Kommunikation mit dem Ausland. Es ist auch der einzige Ballungsraum Russland, der eine gemeinsame Grenze mit der EU( Estland und Finnland) hat.

beauty-2105726_1920
Seit Peter I. präsentiert sich die Stadt an der Neva als Tor Russlands zum Westen

Nirgendwo in Russland war die Wachstumsdynamik im Jahrzehnt 2005-2015 stärker als in St. Petersburg (628%) und der umgebenden Region. Selbst die Zuwächse im Großraum Moskau (403%) wurde in der Industrieproduktion und im Dienstleistungssektor übertroffen. Öl und Gas aus Russland wird vermehrt über die heimischen Häfen und Pipelines am Meeresgrund exportiert. Daher wurden neue Hafenanlagen und Pipelines für die russische Energieexporte nach Europa errichtet. Die OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) schätzt, dass St. Petersburg beim Marktpotential an zweiter Stelle steht.

Arbeitsmarktentwicklung

Der Anteil an Akademiker an der Bevölkerung gehört in Russland zu den größten weltweit. Der Schwerpunkt liegt auf Volks- und Betriebswirtschaftslehre sowie Recht. Die Arbeitslosigkeit ist mit nur 2 Prozent sehr niedrig.

Die Einführung privatwirtschaftlich finanzierter Science Parks anstelle des alten, sowjetischen Systems der Innovationsfinanzierung hat jedoch noch keine greifbaren Ergebnisse erbracht. Firmen sind von der staatlichen Nachfrage und ihren Produkten abhängig. Investoren im Bereich der Forschung und der Wissenschaft sind nur in geringer Zahl vorhanden.

Lokale Wirtschaft und Ausblick

Nach dem Bau der Lakhta Tower wird die Zentrale des größten russischen Unternehmens Gazprom nach St. Petersburg übersiedeln. Viele Bekannte Maschinenbauer wie die Kirow-Werke liefern Anlagen und Ausrüstung für die Fertigungsbetriebe von ausländischen Investoren wie Toyota, GM oder Nissan. Auch die Lebensmittelindustrie und der Tourismus gewinnt als Arbeitgeber immer mehr an Bedeutung.

St. Petersburg hat enormes Ertragspotenzial und ist für viele attraktiv. Zum Beispiel bietet er für Anbieter aus dem Ausland Zugang zur großen Kaufkraft der lokalen Bevölkerung. Für Hightech-Investoren ist es ein guter Standort für Forschungseinrichtungen, da es im Umfeld viele technische Universitäten gibt. Für russische und auch für eurasische Großkonzerne ist St. Petersburg ein Sprungbrett Richtung Europa.

Nicht zuletzt wurden Kaliningrad und St. Petersburg ausgewählt, um die neue E-Visa Richtlinie zu testen. Als Hostspot für europäische Touristen liegt St. Petersburg in einer günstigen Lage zwischen Skandinavien und dem Baltikum. Dadurch wird weiterhin hochgehalten: Offenheit, Liberalität und ein gewisses Sendungsbewusstsein sind die Tugenden der Stadt an der Neva seit Bestehen – das Tor Russlands in den Westen.

Like and share this post on social media:
Follow by Email
LinkedIn
Share