Land unter Quarantäne – Russlands Corona-Plan für die Wirtschaft

Für diese und weitere Maßnahmen wurde ein Gesamtfonds von 300 Mrd. Euro (3,6 Mrd Euro) zur Verfügung gestellt.

von Jonas Prien, Ausserer & Consultants


Auf der ganzen Welt überlagert der Corona-Virus die Schlagzeilen. Während es scheint, als habe China die größte Gefahr für Leib und Leben überstanden, stiegen die Zahlen in Europa in der letzten Woche noch einmal stark an – Tirol, Madrid und die Region Grand Est wurden vom Robert-Koch-Institut zu Risikogebieten erklärt. Die europäischen Regierungen reagierten mit verschiedenen Maßnahmenpaketen bestehend aus Einreiseverboten, Aufstockung von Kapazitäten in Krankenhäusern, Schulabsagen und Schließung nichtrelevanter Einkaufsläden auf die Pandemie. Für viele Familien bedeutete dies eine komplette Neuordnung des Alltags.

Die langfristigen Schäden für die Gesellschaft und den Staat sind noch längst nicht auszumachen, geschweige denn herauszufinden, wie lange Homeoffice, Kontaktverbot und Mundschutz das öffentliche Leben prägen werden. Viele Unternehmen müssen sich aufgrund der derzeitigen Situation völlig neuen Herausforderungen stellen, unter denen vor allem direkt betroffene Firmen in der Reise- und Flugbranche sowie kleine Firmen mit niedrigen Rückstellungen leiden.

In Russland ist die Zahl der Infizierten laut der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität mit 147 offiziell bestätigten Fällen (Stand: 18.03.2020, 15:00) zwar noch relativ gering, dennoch machen sich viele Menschen auf das Schlimmste gefasst. Die Regierung verabschiedete dazu mehrere Maßnahmen, um die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schäden zu minimieren.

Zu dem Paket gehören Steuerentlastungen und Abgabensenkungen für direkt betroffene Unternehmen aus dem Tourismussektor. Außerdem sichert die russische Zentralbank betroffenen Unternehmen, Hilfen bezüglich der Umstrukturierung und Rückzahlung von Krediten zu. Weiterhin gibt die Zentralbank besondere vergünstigte Kredite für Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) an und die höhe der Subventionen werden gesteigert.

Für diese und weitere Maßnahmen wurde ein Gesamtfonds von 300 Mrd. Euro (3,6 Mrd Euro) zur Verfügung gestellt. Die Entscheidungen über die passenden Interventionen soll von einem von der Regierung ernannten Koordinationsrat übernommen werden – die Führung obliegt den Vize-Premierministern Dimitri Grigorenko und Dimitri Tschernyschenko.

Die Epidemie hat sich mittlerweile zur Pandemie entwickelt und womöglich, steht das schlimmste noch bevor. Wie gestern bekannt, wurde bleiben zumindest die Grenzen bis zum 1. Mai 2020 für Ausländer erstmal zu.


Eine übersichtliche Liste mit den wichtigsten Maßnahmen der russischen Regierung findet sich auf der Seite des GTAI

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