„Kulturexport – ein deutscher Wodka als Unikat“

In den 70er-Jahren war der Wodkamarkt in Berlin noch eher klein und regional geprägt. Durch seine besonderen Produkteigenschaften, wie z. B. die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, und den immer stärker werdenden Trend zu Longdrinks.

Interview mit Torben Jansen, Head of Marketing bei Henkell-Freixenet. Das Interview führt Jonas Prien.


Prien: Wie kam es dazu, dass russischer Wodka in Deutschland produziert wurde?

Jansen: Ihren Ursprung hat die erfolgreiche Marke Wodka Gorbatschow in St. Petersburg, wo ihr Namensgeber, Leontowitsch Gorbatschow, zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstmals nach den strengen Regeln eines gut gehüteten Spezialrezepts Wodka herstellte. Im Zuge der Oktoberrevolution im Jahr 1917 musste Leontowitsch Gorbatschow Russland schließlich verlassen. Er emigrierte mit seiner Familie nach Berlin, wo er vier Jahre später ein neues Unternehmen gründete – um sich wieder der Wodka-Produktion zu widmen. Mit seinem „Wässerchen“ eroberte er zunächst die deutsche Hauptstadt und ab den 1960er Jahren bald auch das gesamte Land.

Früher wurde der Wodka hauptsächlich von der russischen Exilgemeinde in Deutschland getrunken. Inwieweit haben sich die Kunden verändert?

In den 70er-Jahren war der Wodkamarkt in Berlin noch eher klein und regional geprägt. Durch seine besonderen Produkteigenschaften, wie z. B. die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, und den immer stärker werdenden Trend zu Longdrinks oder Cocktails erfreute sich Wodka hingegen in den 80er Jahren stetig wachsender Beliebtheit – insbesondere in Ostdeutschland. Im Westen kam der endgültige Durchbruch mit der Wiedervereinigung. Heutzutage ist Wodka mit Abstand die größte Spirituosenkategorie. Wodka Gorbatschow ist dabei die absatzstärkste Spirituose der Nation und bereits seit den 70er Jahren die unangefochtene Nummer 1 im Markt für Wodka in Deutschland.

Viele Menschen assoziieren den Namen mit dem Politiker – sehen Sie das als Fluch oder Segen?

In den 90er Jahren gab es hierzulande aus Konsumentensicht sicherlich eine Verbindung. Tatsächlich liegt jedoch keine Verbindung vor, da Wodka Gorbatschow bereits seit 1921 in Deutschland produziert wird. Bei der Generation Y & Z verblasst die Erinnerung an den Politiker langsam, da diese seine aktive Zeit gar nicht mehr miterlebt hat. Demnach hat die Assoziation zum Politiker hierzulande kaum noch eine Bedeutung. Stattdessen ist Wodka Gorbatschow mit einer Markenbekanntheit von 85% heute der Inbegriff für Wodka in Deutschland – und gleichzeitig klarer Marktführer sowie die meistverkaufte Spirituose der Nation.

Bier oder Wein haben große Unterschiede beim Geschmack. Wie funktioniert das beim Wodka – kann man geschmackliche oder qualitative Unterschiede feststellen? Wie kann der Geschmack verändert werden?

Wie meist überall gilt auch hier: Beste Rohstoffe, bester Geschmack. Außerdem liegt es natürlich noch an der Destillierkunst der einzelnen Brenner. Hier erkennt man schnell Unterschiede in Sauberkeit und Geschmack. Beim Geschmack scheiden sich allerdings die Geister: Manche Verbraucher wünschen eher einen „kernigen“ Wodka, andere hingegen eine ganz weiche, milde Variante. Viele Wodkas versuchen daher, so rein und klar wie möglich zu sein – dafür benötigt man sehr saubere Getreidedestillate. Diese werden noch durch diverse Maßnahmen (z. B. Milchfiltration, Kohlefiltration etc.) optimiert. Wir bei Wodka Gorbatschow schwören auf eine 4-fache Aktivkohlefiltration bei -12°C. Dadurch wird unser Wodka unverwechselbar, rein, mild und klar.

Was für eine Rolle spielt Wodka in der Kultur Russlands und in Deutschland? Kann das Getränk auch als eine Brücke zwischen Kulturen verstanden werden?

Wodka ist in Russland seit jeher ein Getränk, das die Menschen begleitet, wenn sie zusammen sind – ganz egal, welches Fest gerade gefeiert wird. Wodka ist klar, bodenständig, authentisch. Ein absolut ehrliches Produkt. Diese Attribute schätzt man sowohl in Russland als auch hierzulade. Somit kann das Getränk durchaus als Brücke zwischen den Kulturen verstanden werden. Wodka Gorbatschow steht nicht umsonst seit jeher für absolute Reinheit, Klarheit und unverfälschten Genuss – Werte, die kulturübergreifend gelebt und geliebt werden.

Gibt es Unterschiede zwischen deutschen und russischen Verbrauchern und deren Vorlieben?

In den östlichen Ländern wird Wodka viel häufiger pur zum Essen getrunken. Westliche Länder hingegen bevorzugen Wodka als Zutat in Cocktails oder Longdrinks. Ein weiterer Aspekt ist, dass in Russland und auch in Polen der Wodka oft „geflavoured“ ist, während in Deutschland Attribute wie Reinheit, Milde und Klarheit einen hohen Stellenwert einnehmen. Der Wodka Flavoured Markt macht hierzulande dementsprechend nur 3% vom gesamten Wodka-Markt aus[1].

Einen immer größeren Platz nehmen Mischgetränke ein. Denken Sie, dass der Trend weiter in die Richtung „softer“ Alkoholgetränke gehen wird?

In Deutschland ist Wodka schon immer hauptsächlich eine Spirituose zum Mischen und Mixen für Longdrinks oder Cocktails. Der pure Genuss ist in Deutschland – anders als in Russland – nicht so sehr verbreitet.


Über Wodka Gorbatschow

Des Wodkas reine Seele: Wodka Gorbatschow ist die bekannteste und erfolgreichste Spirituosenmarke Deutschlands und steht seit über 100 Jahren für Tradition und Qualität. Die Erfolgsgeschichte hat ihren Ursprung in St. Petersburg, wo Leontowitsch Gorbatschow eine Wodka-Destillation betrieb. 1917 verließ er Russland und legte vier Jahre später in Berlin den Grundstein für die Fortsetzung seiner Wodka-Produktion. Im Sturm eroberte sein „Wässerchen“ erst die Hauptstadt und nach dem Krieg ganz Deutschland. Noch heute wird der meistgetrunkene Wodka Deutschlands nach dem gut gehüteten Spezialrezept hergestellt.

Weitere Informationen unter www.wodka-gorbatschow.de.

Über Henkell Freixenet

Henkell Freixenet ist der weltweit führende Schaumweinhersteller und bietet Sekt, Cava, Prosecco, Champagner und Crémant aus einer Hand – ergänzt um ein vielfältiges Wein- und Spirituosensortiment. Die Gruppe verfügt über Tochterunternehmen in 30 Ländern und exportiert ihre Marken in mehr als 150 Staaten weltweit. Höchste Ansprüche an Qualität und Handwerk gepaart mit Markt- und Markenkompetenz machen sie in zahlreichen Ländern zum Marktführer für Cava, Sekt, Prosecco, Wein oder diverse Spirituosengattungen. Zur Gruppe zählen Marken wie Freixenet, Henkell, Mionetto Prosecco, Fürst von Metternich, Mía, Mederano, i heart WINES, Mangaroca Batida de Côco und Wodka Gorbatschow.

Weitere Informationen unter www.henkell-freixenet.com.


[1] IRI  Handelspanel LEH >= 200qm + GAM + C&C, 2018, Umsatz

Like and share this post on social media:
Follow by Email
LinkedIn
Share