Probleme mit dem Mitarbeiter – Trennung im Konfliktfall?

Was tun beim Konflikt mit dem Mitarbeiter? Bei schweren Verstößen muss der Mitarbeiter entlassen werden, aber wie?

von Jonas Prien, Ausserer & Consultants


Konflikte zwischen dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind an der Tagesordnung und führen in den meisten Fällen zu einer Lösung. In manchen Fällen allerdings bleibt dem Arbeitgeber nichts übrig, als den Mitarbeiter zu entlassen. Dabei ist es nicht einfach zu entscheiden, was genau getan werden muss, da die Hintergründe des Konflikts von Fall zu Fall unterschiedlich sind. In diesem Artikel zeigen wir, welche Möglichkeiten der Arbeitgeber in Russland in einem solchen Konfliktfall hat.

Trennung ist nicht immer gewünscht, aber oftmals notwendig

Mitarbeiter in der Probezeit

Am einfachsten gestaltet sich die Entlassung eines Mitarbeiters während der Probezeit. In der dreimonatigen Einführungsphase können sowohl der Mitarbeiter sowie das Unternehmen leicht kündigen, da diese Zeit der Orientierung und des Kennenlernens gilt. Während der Mitarbeiter lediglich den Arbeitgeber bei Kündigung benachrichtigen muss, hat der Arbeitgeber einen Kündigungsgrund zu liefern, welcher innerhalb von drei Tagen schriftlich vorgelegt werden muss.

Ein vergleichbarer Fall liegt bei befristeten Arbeitsverträgen vor. Der Arbeitgeber terminiert dabei den Vertrag vor der Ablaufzeit. Der Fokus liegt dabei vor allem auf Saison- oder Projektarbeiten, bei denen die Arbeit vor Vertragsende abgeschlossen wurde, und ist insbesondere kleinen Firmen unter 35 Mitarbeitern vorbehalten.

Inkompetenz, Diebstahl oder sexuelle Belästigung – die fristlose Kündigung

Es gibt wiederum Fälle, bei denen der Mitarbeiter sich für eine fristlose Kündigung qualifiziert. Dazu gehören drei Gruppen von Vorkommnissen, die in den allermeisten Fällen zur Trennung führen können oder sogar müssen. Die erste Gruppe umfasst die mangelnde Fachkompetenz und das Brechen von rechtlichen Anforderungen, die schnell zu hohen Schadenskosten und Ausfallraten für den Arbeitgeber führen. Die zweite Gruppe beinhaltet vor allem die Disziplin und Fürsorge des Arbeitnehmers. Unpünktlichkeit, Unredlichkeit, Diebstahl und Betrug können nicht nur zu rechtlichen Schwierigkeiten führen, sondern werfen ein negatives Licht auf das Unternehmen. Schließlich müssen sexuelle Belästigung und physische Gewalt in der dritten Gruppe unverzüglich zu einer Entlassung führen.

Strukturwandel im Unternehmen

Darüber hinaus gibt es allgemeine Kündigungsgründe, bei denen der Arbeitgeber allerdings einem vorgegebenen formalen Verfahren folgen muss. Hierzu zählen insbesondere:

  • Liquidation des Unternehmens oder Einstellung der Tätigkeit durch den Einzelunternehmer
  • Eigentümerwechsel im Unternehmen
  • Personal- oder Stellenabbau im Unternehmen oder beim Einzelunternehmer.

Sollte es zu einem betrieblichen Stellenabbau kommen, gibt es einige relevante Punkte, die der Arbeitgeber unbedingt einhalten muss. Nach Erstellung des Abbauplans müssen vor allem die Mitarbeiter und der Gewerkschaften benachrichtigt werden (mind. 2 Monate). Außerdem muss das Unternehmen den Mitarbeitern freie Stellen im Unternehmen anbieten oder eine Abfindung zahlen, die in der Regel ein bis drei Monatsgehälter umfasst.

Um eine gerichtliche Auseinandersetzung und den damit verbundenen finanziellen und zeitlichen Aufwand zu vermeiden, bietet sich daher in der Praxis häufig der Abschluss einer Aufhebungsvereinbarung mit dem Arbeitnehmer an. Einen Anspruch auf eine Abfindungszahlung beim Abschluss einer Aufhebungsvereinbarung hat der Arbeitnehmer nicht, gleichwohl wir er eine solche üblicherweise erwarten (in Höhe von drei Monatsgehältern). Ob und in welcher Höhe eine Abfindung gezahlt wird, ist folglich keine rechtliche Frage.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Kündigung eines Arbeitnehmers nach Ablauf der Probezeit oft nur bei einem objektiv sehr groben Fehlverhalten des Arbeitnehmers möglich ist. Daher empfiehlt sich in der Praxis meist ein „goldener Handschlag“, also ein freundschaftliches Übereinkommen zur Terminierung des Arbeitsvertrages.

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