800 Jahre: Nischni Novgorod feiert!

Wirtschaftlich ist NN vor allem bekannt für seine Automobilwerke, wo die typisch-sowjetischen GAZ hergestellt wurden.

von Jonas Prien, Ausserer & Consultants


In diesem Jahr feiert Nischni Nowgorod sein 800-jähriges Jubiläum. Mit 1,23 Millionen Einwohner zählt die Stadt am Zusammenfluss von Oka und Wolga zu den 16 Millionenstädten Russlands und reiht sich dabei an sechster Stelle nach Moskau, St. Petersburg, Nowosibirsk, Jekaterinburg und Kasan ein. Wir wollen in diesem Artikel darauf schauen, was die Stadt auszeichnet und welche deutschen Unternehmen hier tätig sind.

Beim Blick auf alte Karten wird es schwer, Nischni Nowgorod zu finden, da die Stadt von 1932 bis 1990 Gorki hieß, benannt nach dem russisch-sowjetischen Schriftsteller Maxim Gorki. Auch wird die Stadt in europäischen Medien hin und wieder mit der mittelalterlichen Handelsstadt Weliki Nowgorod verwechselt. Diese ist aber bedeutend älter und hat heute ihre wirtschaftliche Bedeutung verloren. Nischni Nowgorod aber zählt heute zu den beliebtesten Touristenzielen in Russland. Und das mit Recht! Denn NN, wie die Stadt abgekürzt wird, besitzt neben malerischen Flusspromenaden an Oka und Wolga sowohl einen historischen Kreml sowie eine Prachtstraße mit zahlreichen Restaurants und Cafés. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen zudem die Maria-Geburt-Kathedrale, das Höhlenkloster, das Gebäude der Staatsbank und die Messe. Seit 2012 verbindet eine Seilbahn die auf der Nordseite der Wolga gelegene Stadt Bor mit dem Zentrum von Nischni Nowgorod.

Nischni Nowgorod feiert derzeit sein 800-jähriges Jubiläum.

Wirtschaftlich ist NN vor allem bekannt für seine Automobilwerke, wo die typisch-sowjetischen GAZ (Gorkowski Awtomobilny Sawods) hergestellt wurden. Aber auch heute spielt das Werk eine bedeutende Rolle in der Herstellung von Bussen, Kleinlastern und Transportmaschinen.

Zu den wichtigsten deutschen Unternehmen in Nischni Nowgorod zählt der Maschinenhersteller Liebherr, welcher schon seit 1965 in verschiedenen Projekten in Russland tätig ist. Zu den wichtigsten Produkten gehören Mining- und Baumaschinen, aber auch technische Lösungen für die Luft- und Raumfahrt, im Transport und in der Gefriertechnik. In Russland betreibt die Firma sieben regionale Vertretungen mit 22 Vertriebsstellen und 44 Teilelager. Eine besondere Bedeutung kommt dem Produktionsstandort Dscherschinsk, ein Vorort von NN, zu, denn dort stellt die Firma vor allem Teile für den Luft- und Raumfahrtbereich sowie Teile für den europäischen Markt (Bewegungslager und Turmdrehkräne) her.

Das bayerische Unternehmen Knauf produziert ebenso in Nischni Nowgorod. Der Fokus des Unternehmens liegt dabei vor allem auf Baustoffen für Trockenbausysteme, Dämmmaterialien, Werkzeugen und Fliesensystemen. In Russland hat das Unternehmen bereits eine 70-jährige Geschichte vorzuweisen. Zwischen 1995 und 2002 investierte das Unternehmen kräftig in Produktionsanlagen in ganz Russland, wobei eine Anlage zur Herstellung von Trockenbaumischungen in Nischni Nowgorod entstand.

Neben Knauf und Liebherr sind weitere deutsche Unternehmen in NN vertreten. Dazu gehören:

  • Rohde & Schwarz (Produktion von Funkmessgeräten)
  • Linde (Herstellung von technischen Gasen)
  • Leoni (Automobilzulieferer)
  • Volkswagen (Automobile)
  • Schott (Spezialglas)
  • Flaig & Hommel (Verbindungselemente)
  • JRS Rettenmaier & Söhne (Faserstoffhersteller)
  • Freudenberg Group (Automobilzulieferer)
  • Creation Tapeten (Inneneinrichtung)
  • Gühring (Werkzeuge)

Diese Unternehmen zeigen, dass Russland viel mehr zu bieten hat als Moskau und St. Petersburg. Insbesondere der Erfolg deutscher Mittelständler fällt hier auf fruchtbaren Boden.


Zum 800-jährigen Jubiläum wünschen wir alles Gute!

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